Die Wichtigkeit von Emotionen und Körperempfindungen !

21.09.2019

Emotionen und Gefühle - Gibt es eine Unterschied?

Das Wort Emotion stammt aus dem Lateinischen (ēmovēre "herausbewegen" zurück, einer Ableitung zu movēre "bewegen"), für das es weder eine präzise wissenschaftliche Definition gibt, noch eine einheitliche Theorie. Dennoch ist es in unserem alltäglichen Wortschatz und wird manchmal mit dem Begriff Gefühl vertauscht.

Die Wortherkunft von Gefühl ist nicht ganz geklärt. Mit dem Ausdruck Gefühl sind Wahrnehmungen durch Sinnesorgane gemeint, im engeren Sinn durch den Tastsinn. Das Wort bringt aber auch undeutliche Sinneseindrücke, Ahnung oder Empfindung psychischer Art körperlich zum Ausdruck. ...

Gehen wir es mal von dieser Seite an. In dem Wort Gefühl steckt der Begriff >fühlen<. Was können wir alles fühlen? Wärme, Kälte, Schmerz, Hunger, Durst, Unwohlsein, Zufriedenheit, Geborgenheit u. v. m. Dies macht sich über ein Körperempfinden bemerkbar und wahrnehmbar. Der Ort für die Gefühle ist im Frontallappen des Gehirns. Das Gefühl ist die bewusste Wahrnehmung der Emotion selbst. Hervorgerufen durch mentale Vorgänge, stützen sie sich Emotionen auf vorgegangene erlebte Erfahrungen, Bewertungen, Meinungen etc. Der Ort der Emotionen im Gehirn ist das limbisches System, welches neben den Emotionen auch für das Gedächtnis, die Motivation und viszerale Prozesse zuständig ist. Eine Emotion kann sich auch nach außen hin formen. Das bedeutet in gleicherweise, dass die Emotion ebenso ein Produkt des Gefühls sein kann. Gefühle stammen immer von uns selbst, im Gegensatz zu den Emotionen. Emotionen können von uns selbst oder auch von außen gesteuert werden. D.h. der mentale Inhalt, kann aus unserer eigenen Erfahrung kommen oder auch durch andere (epigenetische) äußere Einflüsse hervorgerufen werden.                                                                                                                           Solche gedanklichen Vorgänge sind uns vor allem im Alltag nicht jederzeit im Bewusstsein. Die dadurch hervorgerufenen Gefühle, die teilweise sehr subtil sein können, sind nicht permanent bewusst wahrnehmbar.

Man kann die Emotionen als Gesamtgeschehen sehen, deren Teilaspekte die Gefühle sind.

Emotionen und Gefühle erzeugen "körperliche Marker"

Eine Emotion ist ein Bewusstseinszustand oder eine physiologische Erfahrung, die uns Informationen über die Welt gibt, und ein Gefühl ein subjektiver Ausdruck von Emotionen. Ich hatte nicht wirklich verstanden, warum dieser Unterschied so wichtig war. Wenn es eine Emotion gibt, dann fühle ich sie. Oder? Dies gilt nicht für jeden.

Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass ihr Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen Emotion und Körperempfinden eingeschränkt ist. Die Emotion ist vorhanden, und ihr Verhalten zeigt die Emotion (zumindest anderen gegenüber), aber sie fühlen sie nicht deutlich.

In unserer körperorientierten Psychotherapie und der Arbeit in der prä- und perinatalen Traumatherapie arbeiten wir mit den Körperempfindungen. Also das, was wir auf der körperlichen Ebene stattfindet und zum Ausdruck kommt. Sie dienen als Zugang zu den wahren Empfindungen und Emotionen, die im Unbewussten gespeichert sind.

Zum besseren Verständnis ein Beispiel aus meiner Praxis.

Bild Engin Akyurt
Bild Engin Akyurt

Eine Klientin kam mit dem Thema Kinderwunsch zu mir, um dies genauer anzuschauen. Die Frau war zu diesem Zeitpunkt 41 Jahre alt, in einer mehrjährigen Beziehung und seit kurzem mit diesem Partner auch verheiratet. Ihr Mann wollte keine Kinder aus medizinischen Gründen, während es für diese Klientin ein sehr ausgeprägter Wunsch war, und sie sich genau jetzt dazu bereit fühlte. Eine Aufgabe, die sie bekam, war sich vorzustellen, wie ein Leben ohne Kinder wäre und zu beobachten, wie es ihr mit dieser Vorstellung geht. Die Klientin antwortete, es wäre auch ok. Sie habe ja nun auch zwei Hunde, eine Katze und einen Garten. Sich darum zu kümmern macht ihr viel Freunde, nachdem es ihr jetzt auf der körperlichen Ebene gesundheitlich sehr gut geht. Auch die Arbeit erfüllt sie. Sie hat ein gutes Leben, mit dem sie sehr zufrieden ist.

Ich wiederholte meine Frage und leitete sie gezielt an, ihre Körperempfindungen präziser wahrzunehmen. Dann kam die zweite Antwort. "Ich spüre einen Schmerz hinter dem Brustbein und einen Druck im Oberbauch [...]". Dies sind die Körper-empfindungen und wahren Gefühle, die verursacht werden bei dem Gedanken, ein Leben ohne Kinder zu führen. Die erste Antwort waren Ausflüchte, um den Schmerz nicht zu fühlen.


Wenn eine Emotion unbewusst bleibt, geschieht dies oft durch Verdrängung oder eine andere Form der Selbsttäuschung. So geht es uns öfters. Mit verschiedenen Gedankenkonstrukten flüchten wir vor der eigentlichen Wahrheit. Wir möchten diesen Schmerz nicht wahrnehmen, das heißt aber nicht, dass er nicht da ist. Der richtige Weg ist, sich einzufühlen und dieses Gefühl anschauen und umwandeln. Nicht selten ist es auch umgekehrt. Es gibt ein Körperempfinden, welches sich ebenso in einem Symptom äußern kann, was jemanden schon lange begleitet und sogar lästig ist. Die Herkunft ist unbekannt. In der klassischen Schulmedizin wird dann nach einer Identifikation des Symptoms über eine Diagnose gesucht. Aber wer hat nicht schon davon gehört, oder ist sogar selbst davon betroffen, dass die Schulmedizin keine klare Antwort darauf findet. Symptome sind eine Beschreibung von etwas, sie geben keine Auskunft über die Ursache und ihre Herkunft.
Auch hier kann eine geführte Körpertherapie Klarheit bringen und helfen, sich selber besser zu verstehen.


Dies ist weiterhin ein Schritt in Richtung Selbstliebe.

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