Einsteigen statt Aussteigen

28.07.2020

Wenn wir bewusst aus etwas auststeigen möchten, dann ist das erste Ziel alte Muster zu durchbrechen, Denk- und Handlungsweisen zu ändern. Schliesslich möchte man ja nicht wieder rückfällig werden. Dies ist aber oft nicht so einfach. Wo kommen diese Muster her, die uns so lange gefangen halten und uns das Leben schwer machen?

Die meisten unserer Verhaltensweisen kommen aus einer sehr frühen Zeit unseres Lebens. Wissenschaftler der Prä- und perinatal Medizin, sowie Neurowissenschaftler und Verhaltensforscher haben herausgefunden, das die ersten Jahre unseres Lebens inklusive der Schwangerschaft, immens prägend für unser späteres Verhalten sind. Hier wird der Grundstein gelegt, die erste Software geschrieben und auf der Festplatte unseres Unterbewusstseins abgespeichert. Ein rein biologischer Vorgang. Erfahrungen werden gemacht, bewertet und ein Reaktionsmuster aufgrund der Bewertung entwickelt. Jede (erste) Erfahrung die wir machen wird mit einem Gefühl verknüpft und im Gehirn abgespeichert. Bei ähnlichen Situationen später wird das gespeicherte abgerufen. Was aber wenn uns genau dieses Programm später im Leben im Wege steht? Je intensiver ein Gefühl war (ist), umso deutlicher bleibt es in unserem Gedächtnis verankert. Muster, Strategien, Erfahrungen die zu dieser frühen Lebenszeit gemacht wurden, waren damals sinnvoll und hilfreich. Damals als Baby, als Kleinkind. Auch die Welt und Wahrnehmung eines Ungeborenen entspricht nicht mehr der eines Erwachsenen. Dennoch sind all diese Erfahrungen und daraus resultierenden Muster und Verhaltensweisen noch immer gültig und präsent, bis wir sie ändern.

Ändern? Ja, doch wie ändere ich diese Verhaltensmuster? Fast jeder hat schon die Erfahrung gemacht eine alte lästige Gewohnheit ablegen zu wollen, oder in bestimmten Situationen nicht mehr so zu reagieren zu wollen wie bisher. Manchmal geht es sogar hin bis zur Sucht. Diese gibt es im Kleinen wie im Grossen - von der Sucht nach Süssem, Schokolade, Kaffee, Arbeit, Einkaufen bis hin zu Zigaretten, Alkohol und anderen Süchten.

Alle dem liegt etwas zugrunde, das bewusst oft nicht zugäglich ist. Das Unbewusste ist mit unserem Körper verbunden. Es gibt ein Zusammenspiel zwischen Körper, Emotionen und Gedanken. Um hinter die Kulissen unserer Verhaltensmuster und Emotionen zu gelangen haben wir unseren Körper. Dies heisst aber auch sich mit den damit verbundenen Emotionen zu konfrontieren. Diese sind nicht mmer angenehm und willkommen. Dennoch ist dies der einzige Weg - über den Körper. Daher einsteigen statt aussteigen. Wenn wir uns nicht zu unseren Emotionen und den Körperempfindungen hinwenden, sondern sie beiseite schieben, was sehr oft passiert, dann übergehen wir uns selbst.

Durch die Hinwendung und das aufrichtige Fühlen findet die wahre Veränderung statt. Sich dieser Veränderung zu stellen, mit einer Konsequenz die wir nicht kennen, weil wir sie nie erfahren haben, erfordert Mut und Entschlossenheit. Das was man sieht ist nicht selten schmerzhaft und unschön. Hier wird oft auch das Wort Trauma benutzt. Nicht fähig sein in einer bestimmten Situation adäquat zu reagieren. Ist dies der Fall,wird die Energie im Körper mit einer Emotion abgespeichert.

Es geht darum einen Schritt rein zumachen. Die Energetik zu fühlen und die Wahrheit zuerkennen.

Das Vorhaben > Auszusteigen < benötigt den Willen > Einzusteigen < in das, was mich wirklich bisher daran gehindert hat mich selber zu sehen, zu fühlen und glücklich zu leben.

Was denkst du darüber? Lasse mich und andere Leser deine Meinung dazu erfahren!