Wenn die Ernährung mit Bio-Lebensmittel nicht mehr ausreicht 

30.10.2020

Für viele ist der Bio-Kauf mehr als nur eine Wahl im Supermarkt. Es zeigt eine Lebenshaltung mit mehr Bewusstsein zur Gesundheit, Umwelt- und Tierschutz. Ob Bio-Lebensmittel alleine aber ausreichend sind, um die persönliche Gesundheit und die der Familie effizient zu fördern, muss genauer betrachtet werden.

Der Begriff "bio" bezieht sich auf den Prozess, wie bestimmte Lebensmittel hergestellt werden. Bio-Lebensmittel sind ohne den Einsatz von künstlichen Chemikalien, Hormonen, Antibiotika oder genetisch veränderten Organismen angebaut oder gezüchtet worden.
Um als biologisch gekennzeichnet zu werden, muss ein Lebensmittel frei von künstlichen Lebensmittelzusätzen sein. Dazu gehören künstliche Süssstoffe, Konservierungsmittel, Farb- und Aromastoffe und Mononatriumglutamat (MSG). Ökologischer Landbau verbessert tendenziell die Bodenqualität und die Erhaltung des Grundwassers. Er reduziert auch die Verschmutzung und kann besser für die Umwelt sein.


Vorteile und Gründe, um biologische Lebensmittel zu kaufen

  • Obst und Gemüse, das als biologisch gekennzeichnet ist, wurden nicht ionisierend bestrahlt und enthalten weniger Lebensmittelzusatzstoffe als konventionelle Lebensmittel
  • Aber, sie dürfen bis zu 5 % nicht ökologisch erzeugte Zutaten enthalten.
  • Tiere, die unter biologischen Bedingungen gehalten werden, dürfen nicht mit Antibiotika oder Wachstumshormonen gefüttert werden.
  • Biologische Anbaumethoden sind nachhaltiger konzipiert, wobei der Schwerpunkt auf der Erhaltung und Reduzierung von Schadstoffen liegt.

Welche anderen Möglichkeiten zu zum Bio-Supermarkt gibt es?

Der Kauf von Nahrungsmitteln, die auf Bauernhöfen in Ihrer Gegend angebaut werden, ist eine gute Alternative zur Umstellung auf Bio. Es stellt sicher, dass Sie die frischesten Lebensmittel zum Höhepunkt der Saison erhalten. Kurze Lieferwege, bessere Transparenz beim Erzeuger.

Wie sieht es mit dem Nährstoffgehalt von biologischen Lebensmitteln aus?

Bei der Auswertung von fast 250 Studien von Forscher der Universität Stanford wurden die Nährstoffe in organischen mit traditionellen Lebensmitteln (Obst, Gemüse, Getreide, Geflügel, Fleisch und Eier) und die gesundheitlichen Folgen des Verzehrs dieser Lebensmittel verglichen. Die Forscher entdeckten nur sehr geringe Unterschiede im Nährstoffgehalt, abgesehen von etwas höheren Phosphorgehalten in vielen Bio-Lebensmitteln und einem höheren Gehalt an Omega-3-Fettsäuren in Biomilch und Bio-Huhn.

Bioprodukte hatten 30% geringeren Pestizidrückständen gegenüber konventionellen Lebensmittel. Im Allgemeinen lagen die Pestizidgehalte sowohl bei den Bio- als auch nicht-biologischen Lebensmitteln innerhalb der zulässigen Sicherheitsgrenzen. Es ist jedoch immer noch nicht klar, was das für die Gesundheit der Verbraucher bedeutet. "Nur weil diese Lebensmittel nicht über das hinausgehen, was sie als 'akzeptable Grenze' bezeichnen, heißt das noch lange nicht, dass sie für alle sicher sind", sagt Dr. Hauser.

Eine Studie, veröffentlicht 2018 in JAMA , die 70.000 Erwachsene, meist Frauen, fünf Jahre lang verfolgt hat, berichtet, dass die häufigsten Konsumenten von Bio-Lebensmitteln insgesamt 25 Prozent weniger Krebserkrankungen hatten als diejenigen, die nie Bio gegessen haben. Diejenigen, die am meisten Obst, Gemüse, Milchprodukte, Fleisch und andere Lebensmittel aus biologischem Anbau verzehrten, hatten einen besonders starken Rückgang der Inzidenz von Lymphomen und eine signifikante Verringerung der postmenopausalen Brustkrebserkrankungen. Julia Baudry, Hauptautorin der Studie kommentiert, das die nicht Studie beweist, dass eine biologische Ernährung zu einer Verringerung des Krebsrisikos führt, aber sie weist nachdrücklich darauf hin, dass eine Ernährung auf biologischer Basis zur Verringerung des Krebsrisikos beitragen könnte.

Ist jemand grundsätzlich gesund, kann eine Ernährung mit frischen Lebensmitteln aus biologischem Anbau und artgerechter Haltung durchaus ausreichend sein, um sich mit Vitaminen und Mineralien zu versorgen.

Liegen aber gewisse Symptome oder eine Erkrankung vor, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass der Bedarf des Organismus deutlich höher ist, als die Zufuhr über eine biologische Ernährung möglich ist.

Welche Faktoren führen zu einem zu einem Mangel bzw. einem erhöhten Bedarf an Vitaminen und Mineralien?

  • Unzureichende Zufuhr notwendiger Nährstoffe
  • Körperlicher Stress über einen längeren Zeitraum oder Regelmäßige intensive sportliche Belastungen
  • Emotionale Belastungen über längere Phasen
  • regelmäßiger Nikotin- und Alkoholgenuss, andere Genussmittel wie Kaffee
  • unphysiologische Einflüsse durch Medikamente und Schadstoffe
  • Bestimmte Lebensphasen wie Wachstum, Schwangerschaft und Stillzeit
  • Chronische Entzündungen

Unter welchen Umständen kann der Organismus die zugeführten Nährstoffe nicht ausreichend aufnehmen und verwerten?

  • Gestörte Darmflora, Entzündungen im Darmbereich, Darmerkrankungen die mit Durchfällen einhergehen, Leaky-Gut-Syndrom, ...
  • Toxine, welche die Rezeptoren belegen, Schwermetallbelastung
  • Lebererkrankungen
  • Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse
  • Magenerkrankungen, Teilresektion des Magens
  • Nierenisuffizienz (Verlust der Nährstoffe)

Wie sieht deine Ernährung aus, und wie geht es dir damit?

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