Zwei Wölfe - Welchen fütterst du?

05.12.2020

Eines Abends erzählte ein alter Cherokee seinem Enkel von einem Kampf, der sich im Inneren der Menschen abspielt. Er sagte: "Mein Sohn, der Kampf findet zwischen zwei "Wölfen" in uns allen statt, von denen einer das Böse ist. Es ist Zorn, Neid, Eifersucht, Zweifel, Trauer, Bedauern, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Schuld, Groll, Unterlegenheit, Lügen, falscher Stolz, Überlegenheit und Ego. Das andere ist gut. Es ist Freude, Frieden, Liebe, Hoffnung, Gelassenheit, Demut, Güte, Wohlwollen, Einfühlungsvermögen, Großzügigkeit, Vergebung, Wahrheit, Mitgefühl und Glaube".

Der Enkel dachte eine Minute lang darüber nach und fragte dann seinen Großvater:

"Welcher Wolf gewinnt?"

Der alte Cherokee antwortete einfach: "Der, den man füttert".

Diese Geschichte ist eine wichtige Erinnerung an die Kraft, die wir über unsere Erfahrungen und Gefühle haben.

Wir entwickeln Erwartungen, dass äußere Umstände (ein neuer Job, eine Beziehung, ein üppiger Urlaub, ein nagelneues Paar Schuhe, ein Glas Wein usw.) uns endlich so fühlen lassen, wie wir uns fühlen wollen. Und während dies vielleicht eine momentane Befriedigung bringt, ist es nicht realistisch, diesen Zustand durch äußere Faktoren langfristig aufrecht zu erhalten. Es ist leicht, sich in schwierigen Situationen und den herausfordernden Umständen in unserem Leben als Opfer zu sehen. Oft geben wir anderen Menschen, Objekten oder Ereignissen die Schuld für unsere negativen Gedanken, Gefühle und Erfahrungen.

Wir schauen nach außen und versuchen, einen Sinn für das zu finden, was in uns vorgeht. Es ist eine unserer Möglichkeiten, mit unkontrollierbaren Situationen fertig zu werden, und uns mehr unter Kontrolle zu fühlen.

Jedoch entziehen wir uns unserer persönlichen Verantwortung und nehmen uns damit auch die Macht der Entscheidungsfreiheit. Zu glauben, wenn wir jemand anderen für unsere Gefühle und Erfahrungen haftbar machen, gibt uns das wieder unsere Kontrolle wieder zurück, ist ein Irrtum. In Wirklichkeit entziehen wir uns unserer eigenen Macht. Ganz egal ob dieses Gefühl positiv oder negativ ist, wenn wir nicht die alleinige Verantwortung für unsere eigenen Empfindungen übernehmen, und weiterhin glauben, andere wären dafür verantwortlich, geben wir ein Stück Freiheit auf.

Diese Macht geht uns in diesem Moment verloren, wenn wir meinen, dass andere dafür verantwortlich sind wie wir fühlen.

Wenn du von deiner Wahlfreiheit Gebrauch machst, kannst du eine lebensverändernde Entscheidung darüber treffen, welchen Wolf du füttern willst. Fütterst du den Wolf, der hungrig ist nach Wut, Neid, Kummer, Bedauern, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Schuldgefühlen, Groll, Unterlegenheit, Lügen, falschem Stolz, Überlegenheit und Ego? Dieser böse Wolf ist auch dein innerer Kritiker. Er ist ein Abbild deiner Depression, deiner Angst und deines geringen Selbstwertgefühls. Möchtest du diesen Wolf weiterhin mit Nahrung versorgen?

Indem du ihm die Nahrungszufuhr entziehst, bist du der Mensch der die Wahl trifft. Du entscheidest wie du deine Energie für Gedanken, Gefühle und Emotionen auf gesunde Weise einsetzt. Du wirst in der Lage sein negativen Gefühle und Emotionen die in die auftreten zu erkennen, aber ihnen keine weitere Aufmerksamkeit schenken. Du entscheidet, das Gedankenkarussel zu unterbrechen. Es sind wenig hilfreiche Gedanken. Zeige diesem Wolf, dass du nicht daran interessiert bist, ihm Futter zu geben. Es wird einige Zeit brauchen, bis dieser Wolf seine Kraft und Macht verliert, aber er wird schließlich aufgeben.

Was ist mit dem anderen Wolf? Nun, er wird sich sicherlich nicht selbst füttern.

Genau wie beim bösen Wolf ist es erforderlich, dass du deine Entscheidungsfreiheit einsetzt. Fasse die bewusste Entscheidung den Wolf des Positiven zu nähren. Er beinhaltet, den Friedens, die Liebe, die Hoffnung, die Gelassenheit, die Demut, die Freundlichkeit, die Güte, das Wohlwollen, das Mitgefühls, die Großzügigkeit, die Wahrheit, das Mitgefühl und den Glauben zu nähren. Wir schauen oft auf äußere Objekte, um unsere Erfüllung und unser Glück zu finden.

Glück ist kein vorbehaltlicher Zustand. Es ist ein Zustand des Seins. Wirklich dauerhaftes Glück entsteht, wenn man sich aktiv dafür entscheidet, glücklich zu sein, anstatt von äußeren Dingen abhängig zu sein, die einen glücklich machen. Je mehr wir das Glück suchen und danach suchen, als ob es ein Schatz wäre, den wir finden werden, desto weniger füttern wir den Wolf, der in uns steckt. Du hast bereits alles, was du brauchst, um glücklich zu sein, denn du bist ganz, so wie du bist, in diesem Augenblick. Das Gefühl und die Erfahrung des Glücks entstehen, wenn man den positiven Wolf von innen heraus füttert. Je größer und stärker er wird, desto besser wird er für die Herausforderungen des Lebens gerüstet sein. Wenn du dich dafür entscheidest, nur ihn zu füttern, wird er immer gewinnen.